Das Interesse der Ästhetiker des 18. Jahrhunderts lag immer noch in der Naturnachahmung (Mimesis). Das Ziel der Kunst dieser Zeit war die Natur im Werk so schön und lebhaft wie möglich zu repräsentieren. Man sah die Natur damals als der Kunst überlegenes Phänomen und der Stoff, mit dem die Kunst die Natur nachahmt, wurde nur als ein bloβes Medium betrachtet, das den Inhalt mitteilt.
Die Funktion der Kunst hat sich dennoch im 19. Jahrhundert grundsätzlich geändert, d.h., daβ die Künstler es schon aufgehört haben, die schon von Gott geschaffene Natur im Werk treu zu kopieren, sondern sie haben ihre eigene Schöpfungsideen zu realisieren begonnen.
Während die Dichter des 18. Jahrhunderts die Vorstellung des Gegenstandes den Lesern lebendig und bildlich zu machen versucht haben, muβ das Gedicht gemäβ der Poetik der französischen Symbolisten (Vgl, Mallarmé, Valéry,) keine reale Vorstellung des Gegenstandes, sondern die fiktive, aber deswegen noch poetischere Vorstellung den Lesern vermitteln. Im Zuge dieses Funktionswandels der Kunst ist das Gedicht schwieriger lesbar geworden, weil das das Verständnis seitens der Leser dadurch noch mal neu erweckte.
Der Versuch der französichen Symbolisten zeigt, daβ die Menschen damals nicht mehr die Natur als einziges nachahmenswertes Vorbild betrachtet haben, und, daβ sie den Wert in ihren eigenen Werken produzieren haben.